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Rückstau bei Starkregen: Warum Leipziger Keller volllaufen, obwohl kein Rohr geplatzt ist

· Seibel365 Leipzig

Wasser steht auf dem Kellerboden um den Bodenablauf – Rückstau bei Starkregen in Leipzig

Woher das Wasser im Keller kommt

Bei einem Sommergewitter über Leipzig fällt in kurzer Zeit mehr Regen, als die Kanäle abführen können. Der Wasserspiegel im Straßenkanal steigt dann bis in die Hausanschlüsse hinein – und sucht sich den tiefsten offenen Punkt eines Gebäudes: den Bodenablauf in der Waschküche, das Kellerklo oder die Dusche in der Souterrainwohnung. Das Wasser, das dort hochquillt, ist kein Regenwasser, sondern Abwasser aus dem Kanal. In den dicht bebauten Gründerzeitvierteln rund um die Innenstadt mit ihren versiegelten Höfen ist dieser Weg besonders kurz.

Die Rückstauebene steht in der Satzung

Die Abwassersatzung der Stadt Leipzig, deren Umsetzung bei den Leipziger Wasserwerken liegt, legt die Rückstauebene fest: Es ist die Straßenoberkante an der Stelle, an der der Hausanschluss in den öffentlichen Kanal einbindet. Alles, was tiefer liegt – Kellerabläufe, Waschmaschinenanschlüsse, Toiletten im Untergeschoss – muss der Eigentümer selbst gegen Rückstau sichern, und zwar wirkungsvoll und dauerhaft. Die öffentliche Zuständigkeit endet an der Grundstücksgrenze beziehungsweise am Übergabeschacht; die Grundleitungen unter Haus und Hof und die Sicherung dahinter gehören zur Grundstücksentwässerung. Die Satzung geht also davon aus, dass Rückstau aus dem öffentlichen Kanal vorkommen kann – schützen muss sich das Grundstück selbst.

Rückstauklappe oder Hebeanlage?

Für Abläufe ohne WC, die selten genutzt werden, genügt in vielen Fällen ein Rückstauverschluss: eine Klappe in der Grundleitung oder direkt im Bodenablauf, die sich bei Gegendruck schließt. Sie muss zugänglich bleiben und regelmäßig auf Gängigkeit geprüft werden, denn eine verklebte Klappe nützt im Gewitter nichts. Sobald unterhalb der Rückstauebene eine Toilette, eine Einliegerwohnung oder eine gewerblich genutzte Fläche entwässert, führt an einer Hebeanlage kaum ein Weg vorbei: Sie pumpt das Abwasser über die Rückstauebene in eine Schleife und lässt es von dort in den Kanal laufen – unabhängig vom Druck draußen. Welche Lösung für ein Haus in Schleußig, Leutzsch oder Lützschena-Stahmeln passt, wo zusätzlich das Grundwasser der Elster- und Luppeaue nahe unter dem Keller steht, sollte ein Fachbetrieb vor Ort beurteilen.

Im Ereignis und davor

Wenn es gerade passiert

  • Keller nicht betreten, solange Steckdosen, Verlängerungskabel oder Geräte knapp über dem Boden unter Strom stehen – Sicherung für den Kellerbereich abschalten.
  • Während des Regens keine Waschmaschine, keine Dusche, kein WC im Erdgeschoss benutzen, wenn der Keller schon Wasser zieht: Jeder Liter läuft zusätzlich in das volle System.
  • Kartons, Elektrogeräte und Wertsachen auf Regale heben, sobald absehbar ist, dass das Wasser steigt.
  • Nach dem Ereignis fotografieren, lüften, den Versicherer informieren und die Hausverwaltung einschalten.

Vorsorge vor dem nächsten Sommer

Lassen Sie prüfen, welche Abläufe im Haus unter der Straßenoberkante liegen, ob eine Rückstausicherung existiert und ob sie funktioniert. Im Leipziger Hochwasserjahr 2013 haben Rückhaltebecken und das Elsterhochflutbett die Stadt vor den Flüssen bewahrt – gegen Wasser, das aus dem eigenen Kanalanschluss kommt, hilft nur die Technik im Haus. Seibel365 vermittelt Ihnen dafür einen Rohrreinigungs- oder Sanitärbetrieb aus unserem Partnernetzwerk, der Grundleitung und Rückstausicherung begutachtet; die Kosten besprechen Sie vorab mit dem Betrieb. Weitere Hinweise: Rohrreinigung und Kanalcheck sowie Wasserschadenhilfe.

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